PARAÍSO


BYE BYE, PARAÍSO

Carolina Arias Ortiz, Costa Rica, 2025, Kurzdokumentarfilm
BUCH Carolina Arias Ortiz | KAMERA Pietro Bulgarelli und Carolina Arias Ortiz | SCHNITT Alonso Víquez | TON Naruyibe Montero | MUSIK Carla Alfaro | MIT Digna María Espinoza Abarca, Andrea Gutiérrez Espinoza, Noelia Gómez Gutiérrez, Juan Rafael García Abarca, Lucía Castro, Paul Harmut
15 min | Farbe, span. OmeU, DCP

An der Küste von Santa Cruz, im Nordwesten Costa Ricas, liegt ein Ort, der seinen Namen nicht zufällig trägt: Paraíso. Doch das Paradies, das die Tourismusbroschüren versprechen, hat viele Gesichter. In diesem kurzen, poetischen Essay kommen Frauen aus dem Dorf zu Wort – ihre Stimmen erzählen von dem, was verloren ging, von dem, was Widerstand leistet, und von dem, was sich unaufhaltsam verändert. Zwischen den Bildern von Meer, Sand und Himmel, die wir kennen, und jenen, die wir nie sehen, entfaltet sich ein leises Porträt einer Region im Umbruch.

Der Klimawandel nagt an den Küsten, die Touristenzahlen steigen, die Strände verschwinden. Was bleibt, wenn das Wasser kommt und die Betonburgen wachsen? Regisseurin Carolina Arias Ortiz, Anthropologin und Filmemacherin, stellt diese Frage ohne Pathos. Sie fragt nach den Paradiesen, die wir uns ausmalen, denen wir nachjagen – und die wir am Ende selbst zerstören. Doch der Film endet nicht in der Klage. Er findet Trost in einer Erkenntnis, die ebenso einfach wie radikal ist: Die Erinnerung ist der einzige Ort, aus dem wir nie vertrieben werden können. Was einmal gelebt wurde, bleibt. Und manchmal reicht das, um weiterzugehen.

Ein Film, der in seiner stillen Präzision lange nachhallt – über Heimat, Verlust und die Schönheit dessen, was bleibt.