TODOS LOS PECES
Brenda Vanegas, El Salvador, 2022, Spielfilm
BUCH Brenda Vanegas | KAMERA Nadia del Pozo, Mario Soundy, Brenda Vanegas | SCHNITT Carlos Siri | TON Enrique Pocasangre, Pablo Mondragón | MUSIK Pablo Mondragón | MIT Larissa Maltez, Emi Mena, Alejandra Nolasco
80 min | Farbe, span. OmeU, DCP
Am Ufer des Lago Coatepeque, in einer Landschaft, die wie aus einem Traum wirkt, lebt Lucía. Sie ist elf Jahre alt und die Älteste von acht Geschwistern. Ihre Kindheit ist keine Kindheit: Sie verkauft, was sie kann, auf dem Markt, um die Familie zu unterstützen, während die Mutter und der Stiefvater sie misshandeln. Trost findet sie nur im Wasser des Sees, in dem unzählige kleine Fische schwimmen – und in der stillen Gemeinschaft mit ihren Geschwistern, die wie sie lernen, in einer Welt zu überleben, die ihnen nichts schenkt.
Eines Tages kehrt Lucía vom Markt nach Hause zurück. Das Haus ist leer. Ihre Geschwister sind verschwunden. Niemand weiß, wohin sie gebracht wurden, und die Mutter weigert sich, darüber zu sprechen. Was folgt, ist keine einfache Suche, sondern ein Akt des Widerstands: Lucía weigert sich, ihre Geschwister aufzugeben. Mit einem unzerbrechlichen Instinkt, einer Hartnäckigkeit, die keine Erklärung braucht, macht sie sich auf den Weg – fort vom See, hinein in eine Welt, die ihr unbekannt und feindlich ist.
Regisseurin Brenda Vanegas erzählt in ihrem Spielfilmdebüt eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht. Sie zeigt die prekären Bedingungen, unter denen Kinder in El Salvador aufwachsen, und thematisiert den Kinderhandel, ohne in reine Tragik zu verfallen. Stattdessen findet sie in den Bildern des Sees, in den Stimmen der Kinder und in Lucías unbeirrbarem Blick eine Sprache der Hoffnung: die Werkzeuge der Freude und der Zuneigung, die diese Kinder am Leben halten. Ein eindringliches, tief bewegendes Porträt über eine Kindheit am Rand der Gesellschaft – und über die Kraft, die aus der Liebe zu denen erwächst, die uns fehlen.
